Vereinbarkeit von Beruf & Familie
Shownotes
Wie lassen sich Praxis und Familie unter einen Hut bringen? Darüber sprechen Eva Greipel und Dr. Jessica Bungartz-Çatak in der neuen Folge des BHÄV-Podcasts BayernDoc. Ein vielschichtiges Thema, wie schnell deutlich wird. Beide Hausärztinnen sind Mütter, niedergelassen in eigener Praxis und engagieren sich über die hausärztliche Tätigkeit noch berufspolitisch (Greipel) und in der Weiterbildung (Dr. Bungartz-Çatak).
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00:00:04: Herzlich willkommen zu Bayern-Doc, den Podcast des Bayerischen Hausärztinnen und Hausärzteverbandes.
00:00:12: Hallo!
00:00:13: Mein Name ist Eva Greipel.
00:00:15: ich bin Fachärztin für Allgemeinmedizin, bin niedergelassen in Traunstein in Oberbayern war dort acht Jahre lang in der Einzelpraxis habe jetzt seit letztem Jahr eine BAG ne Zweier BAG und bin Mutter von zwei kleinen Kindern.
00:00:31: Hallo, mein Name ist Jessica Bungatz-Chattak.
00:00:33: Ich bin Fachärztin für Allgemeinmedizin und Niedergelassenen einer Einzelpraxis in Freising.
00:00:39: Ich leite den Weiterbildungsverbund für allgemeine Medizin in Freasing.
00:00:43: Bin Lehrärzt von LMU München und im Team der Dozierenden der Seminartage Weiterbildung Allgemeinenmedizin.
00:00:52: Und habe auch zwei Kinder im Alter von jetzt sechs und neun Jahren.
00:00:57: Wir wollen ja heute über das Thema Vereinbarkeit von Praxis und Familie sprechen.
00:01:03: Ja, da stellt sich mir die Frage Eva was bedeutet für dich eigentlich Vereinbarigkeit?
00:01:06: Weil es gibt ja verschiedene Dimensionen, die dann auch oft genannt werden wenn's eben dann einspurig in das Thema Vereinbarkeit, Familie und Beruf geht.
00:01:15: Von wegen ist gibt ja noch die Fürsorgeverantwortung.
00:01:19: damit meine ich Kehrarbeit Und Berufsausübungen, es gibt die Praxistätigkeit und wissenschaftliches Arbeiten oder Lehrtätigkeit.
00:01:28: Es gibt den Hauptberuf und das berufspolitische Engagement wo du ja auch sehr engagiert bist.
00:01:33: Und es gibt natürlich auch die berühmte Work-Live Balance also die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit und Selbstverwirklichung.
00:01:41: Das finde ich sehr spannend weil für mich vordergründig tatsächlich Vereinbartheit immer, Vereinbarheit von Beruf & Familie bedeutet oder so interpretiert wird?
00:01:51: Ja, das beobachte ich auch.
00:01:53: Und ich denke, dass vor allem daran liegt, dass dieses Thema oft auf den Schultern der Frauen lastet und dann reflexartig dort auch liegen gelassen wird.
00:02:04: Und meine Beobachtung ist aus den letzten Jahren, auch aus meinen ganzen Tätigkeiten und vielen Gesprächen die ich da geführt habe, dass da eben auch der größte Leidensdruck besteht.
00:02:13: Also ich sage mal ganz platt man kann einen neuen ein neues Hobby wie zum Beispiel Ich gehe jetzt angeln kann ich wegorganisieren.
00:02:22: Aber in dem Moment, wo ich wirklich Fürsorgeverantwortung trage kommt der Faktor Mensch mit dazu und dann kommen meine gelernten Strategien wie integriere ich irgendwas irgendwo rein?
00:02:33: Kommen dann eben auch an ihre Grenzen weil ich eben ja das Kind habe dass ich habe und das sich zum Teil vielleicht nicht so verhält wie ich das erwartet habe Kannst du wahrscheinlich auch ein Lied davon singen?
00:02:45: Oder wenn zum Beispiel dann auch die Fürsorgeverantwortung für Angehörige mit dazu kommt, ältere Personen aus dem Familienkreis.
00:02:52: Was ja auch oft von Frauen gestemmt wird.
00:02:53: Auch da ist nicht vorhersehbar was passiert.
00:02:56: Das kenne ich.
00:02:57: Kindkrank oder irgendwas anderes Unvorhergesehenes tritt ein wobei Ich finde dass es in der Selbstständigkeit noch am besten zu händeln ist weil man doch die Umstände Zeiten zum Beispiel oder ob ich mein Kind mit in die Praxis nehme, ein bisschen regeln und bestimmen kann.
00:03:17: In gewissen Grenzen natürlich aber Ich habe die Erfahrung gemacht in der Selbstständigkeit funktioniert das ganz gut für mich wobei ich sagen muss dass ich durch meinen Mann viel Unterstützung habe der dann auch mal kindkrank nimmt Und das ist ja auch nicht selbstverständlich wenn man so mit kolleginnen spricht.
00:03:36: also Generell, ich habe mir natürlich auch im Vorhinein mal Gedanken gemacht wie man das Thema jetzt gut aufarbeiten kann.
00:03:42: Fand ich dass es ganz wichtig ist das Thema Vereinbarkeit also wenn wir jetzt mal bei Familie und Beruf bleiben das nicht zweidimensional zu denken.
00:03:50: Man neigt ja dazu dass man so ein festes Modell hat und ich integriere dann einfach einen neuen Bestandteil in meinem Leben in das schon bisher bestehende Und dann ist alles wieder gut!
00:04:01: Ich muss das nur einmal weg organisieren Und ich glaube, dass dieses Zweidimensionale dem Thema überhaupt nicht gerecht werden kann.
00:04:08: Mittlerweile bin ich angekommen bei dem Modell eines Mobilees was eigentlich sehr viel besser illustriert worum es gehen kann oder wo es eigentlich geht beim Thema Vereinbarkeit.
00:04:20: Nämlich das ist eben nicht nur so eine Art Wippe-Iss aus zwei Dimensionen sondern dass es um eine generelle Balance im Leben geht an sich und wenn man sich das wirklich mal als mobile Modell denkt Dann ist das finde ich sehr schön, weil du hast eine Aufhängung zum Beispiel des eigenen Wertesystems.
00:04:38: Zum Beispiel die Kultur und wertebasierte Ebene oder hinter der die Vereinbarkeit stattfindet.
00:04:47: dann hat man natürlich noch so eine Art philosophische Ebene.
00:04:50: sowas möchte ich eigentlich mit mir selbst vereinbaren wie es ein gelingendes Leben... Das ist so die Aufhängungen!
00:04:55: Und das ist mal so das Grundsätzliche.
00:04:58: Und dann kommen verschiedene Module in diesem Mobilier, die sich ja auch verändern können.
00:05:04: Ich starte halt vielleicht mit erstmal meine eigene Familie also so meine Eltern, meine Geschwister und mein Beruf und mein Hobby.
00:05:12: Dann kommt die eigene Familie auch noch mit dazu und da kann schon eine ganz schöne Unwucht entstehen wenn dann auf einmal ein komplett neues Element mit in dieses Mobilier reinkommt und dann schwankt erst mal alles!
00:05:24: Und dann kann es ja zum Teil auch einfach lange dauern, bis ein Gleichgewicht wieder hergestellt ist.
00:05:30: Das finde ich sehr schön das Modell, weil's eben aus dieser Zweidimensionalität eine Dreidimitionalität macht und dann auch noch die vierte Dimension der Zeit damit reinkommt, weil das nie endgültig im Gleichgewichts sein kann, weil immer wieder neue Impulse kommen.
00:05:49: Persönlich kenne Natürlich durch die Kinder, da hat sich ganz viel verändert.
00:05:54: Da ist es ordentlich ins Drehen und Schwanken gekommen.
00:05:58: Und auch tatsächlich über das Engagement und die Ämter, die ich mittlerweile im Bayerischen Haushärztinnen- und Haushärzteverband habe als Delegierte in der Delegiertenversammlung und auch als Bezirksvorsitzenden den Oberbayern – auch das hat dann nochmal eine ordentliche Umbrucht reingebracht und muss sich auch erst mal alles wieder austarieren.
00:06:22: Und so wird es vermutlich immer wieder was geben auf verschiedenen Ebenen, ja?
00:06:28: Da wird vielleicht ganz gut deutlich in diesem Modell das wir nicht alleine diese ganzen Dinge ausbalancieren können weil wir brauchen verbindende Stangen zwischen diesen Elementen und das kann zum Beispiel sehr schön die Rahmenbedingungen symbolisieren die eigentlich also die Rahmenbedingungen, in denen diese Vereinbarkeit stattfindet.
00:06:49: Und dazu gehören zum Beispiel Dinge wie Arbeitszeitmodelle, wie eigentlich der rechtliche Rahmen z.B.
00:06:57: Mutterschutz für Niedergelassene wird ja zur Zeit thematisiert zu... Also endlich thematisiert, dass da einfach die ganzen Gegebenheiten noch anders sind und auch monetäre Hintergründe noch ganz anders sind.
00:07:09: Da die Voraussetzungen anders sind zum Beispiel.
00:07:11: Diese Dinge kommen dann natürlich noch mit rein und was dieses Modell ausbalancieren kann, das kann ja auch sehr individuell sein.
00:07:19: Also da kommt ja auch Resilenzfaktoren mit rein, Ressourcen-Faktoren.
00:07:24: Wenn ich jetzt zum Beispiel, wenn mir der Sport sehr wichtig ist, wofür ich aber auch Zeit brauche.
00:07:28: Dann ist es trotzdem wichtig darin zu investieren um dann wieder das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Elementen herzustellen und da weiß nicht wie deine Erfahrungen sind?
00:07:38: Da gibt's ja intrinsische Dinge die einfach in mir selber vielleicht in meiner Persönlichkeit schon angelegt sind.
00:07:43: Aber da sollte es nicht stoppen.
00:07:45: meiner Meinung nach Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt aus meiner Sicht, dass viele Frauen noch viel zu sehr auf der Ebene unterwegs sind.
00:07:54: Ich muss mich nur mehr anstrengen und dann werde ich das alles
00:07:57: hinbekommen.".
00:07:58: Weil das einfach im Lauf des Lebens ist meine Erfahrung dann irgendwann nicht mehr funktioniert.
00:08:02: diese Strategie dieses Lebensmodelles erschöpft sich irgendwann weil wie wir vorher schon gesagt haben gibt es dann einfach so viele Faktoren bei einer Fürsorgeverantwortlichkeit die man überhaupt nicht planen kann die man auch überhaupt nicht in der Hand hat Und die weißen wieder deine Erfahrungen sind, wie man dann auch das lernen kann.
00:08:23: Dass man da die Strategie wechselt?
00:08:25: Ja ich finde wir sehen es ja täglich im Sprechzimmer eigentlich diese Frauen, Frauen wie wir, die ihr Leben lang gesagt bekommen haben und gelernt haben.
00:08:38: Sie müssen das nur ordentlich organisieren, sie müssen sich zusammenreißen, sie muss mehr leisten und die dann irgendwann unter der ganzen Last zusammenbrechen – da wollen wir nicht hin!
00:08:49: Da ist ein Stichwort, was du vorhin gegeben hast, was dieses Gestänge, die Rahmenbedingungen betrifft des Thema Mutterschutz.
00:08:57: Das ist ein ganz wichtiges Thema, weil es ja überhaupt den Anfang der Familiengründung Und da ist es einfach so, dass als selbstständige Frau ... es keinen gesetzlichen Rahmen gibt für Mutterschutz.
00:09:13: Das heißt, man muss irgendwie privat vorsorgen wenn man das kann.
00:09:16: also wenn man zum Beispiel den Verdienstausfall durch eine private Krankentagegeldversicherung ausgleichen will dann muss man die erst mal bekommen muss gesund genug sein muss sich das leisten können ja oder man hat die gesetzliche Krankenversicherung mit Krankengeldzahlung.
00:09:33: das gleicht aber bei weitem nicht des Auswasmann an Auswahl hat.
00:09:38: und hier Gibt es immerhin jetzt schon langsam Initiativen, dass sich da was tut?
00:09:43: Es gab schon vor Jahren eine Petition Mutterschutz für Selbstständige.
00:09:47: Dann gab's einen Beschluss im Bundesrat.
00:09:52: Dann gabs jetzt im Koalitionsvertrag endlich nen Passus dazu und eigentlich hätte ich glaube diesen Sommer ein Gesetzesentwurf vorliegen sollen.
00:10:02: das tut er nicht scheint alles kompliziert zu sein.
00:10:06: aber es gibt jetzt aus NRW Eine Machbarkeitsstudie zu dem Thema, die sich da sehr detailliert damit auseinandersetzt und die Lösungsmöglichkeiten für dieses Problem aufzeigt.
00:10:20: Eine Umlagefinanzierung eine Steuerfinanzierungen ist sehr spannend.
00:10:25: Da tut sich hoffentlich was weil im Moment es so wenn man es jetzt auf uns bezieht, auf uns Hausärztinnen.
00:10:32: Es ist ein wirtschaftliches Risiko in der Selbstständigkeit schwanger zu werden und Kinder zu
00:10:37: bekommen.".
00:10:38: Ja das sehe ich auch so!
00:10:40: Wie hast du das konkret damals gemacht?
00:10:43: Bei meinem ersten Kind mein Sohn habe ich zwei Monate nach der Geburt wieder des Arbeiten angefangen weil ich einfach Angst hatte, Sorge hatte.
00:10:56: Dass es sich finanziell nicht ausgeht einen Vertreter länger zu bezahlen die Patienten wegrennen Die Praxis irgendwie nicht läuft.
00:11:04: Und ja deswegen bin ich da sehr schnell wieder eingestiegen.
00:11:08: Im Nachhinein hätte ich da entspannter sein können war Ich nicht.
00:11:14: Ja bei der zweiten habe ich dann sechs Monate daheim ausgehalten War gut.
00:11:19: Aber auch das finanzielle hab ich ein kredit dafür aufgenommen bezahle ich noch.
00:11:25: Ist okay, aber hätte auch anders sein können, wenn es da einen ordentlichen Rahmen dafür gäbe?
00:11:32: Ja und das ist halt an sich wirklich ein Armutszeugnis.
00:11:35: also Und das ist mir heute auch ganz wichtig dass wir da auch wirklich mal realistisch drauf schauen weil de facto als Ich habe im Vorgespräch hab ich schon gesagt Wir sind jetzt hier zwei Frauen die Ärztinnen sind und auch Mütter.
00:11:48: Aber Es ist natürlich kein frauen Thema Es ist ein gesamtgesellschaftliches thema Sehr wichtig, ein strukturelles Thema.
00:11:55: Also eben kein individuelles, wo sich die einzelne Frau abarbeiten kann und sollte um jedes Mal wieder neu für sich das Rad zu erfinden und das über die Generation weiterzugeben.
00:12:05: Das ist etwas was für die Frauen schädlich ist, für die Familien auch Für die Patienten auch Und wir können uns das schlicht und ergreifend jetzt einfach auch nicht mehr leisten in den Strukturen, in denen wir sind.
00:12:19: Wir merken dass wir dringend hausärztlichen Nachwuchs brauchen, fördern an anderen Stellen ohne Ende bringen viel Geld ein zum Beispiel instrukturierte Weiterbildung in entsprechende gesetzliche Programme auch in Studierendenförderungen und dann lassen wir es abreißen, in dem Moment wo's eigentlich am relevantesten ist.
00:12:38: Nämlich in der Weiterbildung wirklich die Ärztinnen zu unterstützen, die Arbeitszeit mit der Familienzeit in Einklang bringen zu können.
00:12:46: Und alleine dieses was du jetzt gerade geschildert hast ist ja erschreckend dass man dann echt finanzielle Probleme bekommt und die selber individuell stemmt dafür keine Unterstützung bekommt, obwohl man seine Praxis eben offen hält.
00:13:01: Die Mitarbeiterinnen weiter bezahlt die Nebenkosten weiter zahlen muss bei steigenden Kosten natürlich unter einem gesetzlichen Rahmen der jetzt im Moment alles andere als Lust auf Niederlassung macht sage ich mal also da brauchen wir halt auch einfach jetzt nicht nur aus rein am Spaß an der Freude ist es schön Familien zu fördern sondern wirklich einfach aus harten gesellschaftspolitischen Gründen und berufspolitische Gründen wirklich mehr Förderung.
00:13:28: Und auch klügere Programme, die strukturierter Frauen- und Familien insgesamt fördern.
00:13:35: Wir sprechen immer von dass es eigentlich kein reines Frauenthema ist aber de facto wenn man sich die Zahlen anschaut... ...ist das halt irgendwie doch!
00:13:42: Ich weiß nicht wie du siehst Eva.
00:13:45: bist du schon mal von Männern auf Probleme mit der Vereinbarkeit angesprochen worden in deinem beruflichen Kontext?
00:13:52: Sicher.
00:13:54: Und Frauen auch, ja durchaus.
00:13:57: Wie sie sind schon wieder da.
00:13:59: Wo ist das Kind?
00:14:01: Ah!
00:14:02: Na gut, du meinst jetzt eher solche Erfahrungen, davon können wir viele erzählen wahrscheinlich.
00:14:07: Wo haben Sie denn Ihr Kind im Sprechzimmer ... Lassen Sie mich kurz gucken.
00:14:11: Ah nee unter der Liege ist es nicht versteckt.
00:14:14: Genau.
00:14:15: Nein, ich meinte jetzt eher ob das für Männer aus deiner Erfahrung ein ähnlicher Schmerzpunkt ist wie für Frauen auf ihrem beruflichen Weg.
00:14:24: Hier nicht?
00:14:25: Also wenn ich da mit meinem Mann spreche... Da ist es kein Thema oder wenigthema!
00:14:31: Das ist leider auch etwas, was nach wie vor in den Statistiken durchgehend dargestellt wird.
00:14:37: Ich weiß noch, wie ich das erste Mal in die erste Statistik reingeguckt hab ganz aktiv und dann bei diesem Part geguckt habe derzeit nicht in Arbeit aus verschiedenen Gründen.
00:14:46: Da gibt es verschiedene Kategorien.
00:14:48: Eine Kategorie ist in Elternzeit und das sind halt einfach siebenundneunzig Prozent Ärztinnen, die in Eltern Zeit sind und drei Prozent Ärzte.
00:14:56: Und bei der Kategurie im Haushalt sind es achtundachtzig Prozent Ärtztinnen umgekehrt die Ärzte.
00:15:02: Siebenundneinzig
00:15:02: Prozent, das ist ja richtig viel!
00:15:05: Was meinst du?
00:15:05: woran liegt es?
00:15:06: Dass hauptsächlich die Frauen zu Hause sind?
00:15:10: Ja also ich glaube dass das einfach der Spiegel von der gesamtgesellschaftlichen Situation ist.
00:15:14: da gibt's auch auf Bundesebene die Mikrozensuserhebungen.
00:15:17: da sind die Zahlen genau gleich verteilt.
00:15:21: Auch wer jetzt wirklich Elternzeit und Elterngeldinanspruch nimmt, da hat sich ja im Laufe der Jahre nicht sehr viel verändert.
00:15:27: Und das spiegelt sich eben auch in der Ärzteschaft wieder.
00:15:31: Für mich ist oft dieses Thema eigentlich so die große Schwester der Debatte über Sexismus- und Diskriminierung.
00:15:39: Diese Themen verändern sich ja am Lauf des Lebens.
00:15:42: Was mir zum Beispiel begegnend als junge Ärztin an Alltagskriminierungen im Beruf Das kann sich dann fortsetzen, auch in Strukturen.
00:15:51: Wenn ich eine Familie gründet zum Beispiel blöde Sprüche zu bekommen von Patienten zum Beispiel Probleme zu haben dass mein Partner genauso viel leistet in der Familie weil er zum Beispiel auch Probleme hat mit seinem Arbeitgeber freigestellt zu werden für die Elternzeit.
00:16:08: Das Problem auch auf einer rechtlichen Ebene ist, dass wir im Moment auch auf dem Boden des AGG zum Beispiel das gar nicht einklagen könnten.
00:16:17: Weil das keine eigene Kategorie ist für Vereinbarkeit diskriminiert zu werden oder eben Vereinbarkeitsprobleme.
00:16:23: Sondern es ist im Prinzip ein Thema, das mit meiner weiblichen Rolle zusammenhängt und ich aber jetzt nicht speziell für diese Kategorie diskriminieren kann.
00:16:33: Auch das ist ein Thema im Beruf für die Ärztinnen dass sie gar nicht viel Handhabe haben, auch mit ihrem Arbeitgeber.
00:16:41: Wenn es hart auf hart kommt ins Gespräch zu gehen?
00:16:43: Weil der dann natürlich auf dem Standpunkt sein kann ... Ich habe nichts gegen Frauen ist alles gut!
00:16:48: Wenn Sie sich so organisieren in der Familie, dann ist das Ihre private Entscheidung und da können wir ja.
00:16:54: im Prinzip sind wir mit verschiedenen Dingen konfrontiert.
00:16:58: also es gibt Arbeitgebern die nicht unterstützend sind.
00:17:01: Es gibt aber auch Arbeitgebe oder Arbeitgebirinnen die zusätzlich Diskriminieren und Probleme machen, wenn man eine Familie gründen möchte.
00:17:09: Das ist mal so diese strukturelle Ebene auch im Arbeitsrecht.
00:17:13: Und dann gibt es natürlich noch die Ebene, die ich ganz am Anfang schonmal angesprochen habe – dass wir Frauen ja leider immer noch dazu neigen, diese Rolle auch anzunehmen!
00:17:21: dass wir für uns intrinsisch beschließen, Wir müssen Superbummen sein und alles gleichzeitig schaffen.
00:17:28: Und wir müssen immer für die Kinder ausreichend da sein was immer das auch bedeutet und können zu wenig abgeben und denken, wir müssen uns nur mehr anstrengen damit es funktioniert.
00:17:38: Das ist auch aus meiner Sicht ein ganz wichtiges Alltagsthema, dass wir immer auch gucken sollten Was kann ich denn oder was muss ich mir denn holen?
00:17:46: Damit Vereinbarkeit wirklich funktionieren kann?
00:17:49: also auch extrinsisch Von meinem Partner, von meinen Großeltern.
00:17:53: Da ist jeder anders aufgestellt natürlich aber da ist sicherlich noch ganz viel Luft nach oben.
00:17:58: Du hattest vorher angedeutet dass du dir dann erstmal Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen geholt hast.
00:18:04: Das habe ich dann auch irgendwann gemacht, aber viel zu spät.
00:18:08: Also jetzt würde ich sagen super wichtig ist zum Beispiel sich von Anfang an ein wirklich gutes Netz aufzubauen also sowohl privat als auch beruflich und nicht erst darauf zu warten bis man irgendwas da nicht mehr bewältigen kann sondern von Anfang An sich multidimensional aufzustellen.
00:18:24: Und das ist etwas was ich oft nicht verstehe dass Frauen für sich das nicht in Anspruch nehmen und einfordern und planen Dieses Multidimensionale, also was für uns in der Versorgung eigentlich von den Patientinnen und Patienten total selbstverständlich ist.
00:18:40: Dass wir biopsychosozialen multidimensional behandeln wollen beraten wollen gestehen wir uns selber nicht zu.
00:18:46: wie siehst du das?
00:18:47: Ja man hat auch den Eindruck dass wir Frauen immer mit allem erstmal selber klarkommen wollen.
00:18:53: viele sind sehr perfektionistisch veranlagt vielleicht auch gerade als Ärztinnen in dem Beruf eher solche Persönlichkeiten sind, die von sich verlangen ja alles zu schaffen und erst sehr spät Hilfe suchen und einfördern.
00:19:13: Dieses Netzwerkthema was du ansprichst das ist ja unter Männern oft gar kein Thema.
00:19:20: Das ist dieses Buddy-Netzwerk und es wird auch benutzt ohne Scham um irgendwie weiterzukommen, voranzukommen.
00:19:31: Man kennt es v.a.
00:19:32: aus der beruflichen Karriereperspektive und so was ... Aber sowas brauchen wir Frauen auch unbedingt?
00:19:38: Ja natürlich!
00:19:38: Und da kann eben jeder mal für sich klein anfangen und überlegen wie verteile ich eigentlich meine Aufgaben an mich selbst, wie verteil ich das im Alltag auch an meinen Partner.
00:19:47: Was möchte ich eigentlich mit mir selber vereinbaren?
00:19:50: Wie sieht die Situation in der Familie aus?
00:19:54: Und dann ist mir auch noch ein ganz wichtiger Punkt, dass wenn das nicht so verstanden wird eben.
00:20:01: Dass es nicht genuined die Aufgabe der Frauen ist sondern das einfach ist die Aufgabe von allen is.
00:20:07: Von Frauen und Männern, von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen Stakeholders in unserem Fachgebiet.
00:20:13: alle müssen da wirklich versuchen etwas zu bewegen um nach vorne zu bringen weil nur dann kommen wir auf dieser gesamtpolitischen Versorgung Gedachten-Ebene auch wirklich weiter.
00:20:27: Und das, was im Moment ja oft passiert ist, dass wir so gesehen irgendwo doppelt diskriminiert werden weil der Anspruch an uns weiterhin ganz hoch besteht.
00:20:39: die Frauen, die jetzt kommen müssen einfach auf die Workforce aufrechterhalten und da stellen sich mir immer ein bisschen die Nägel auf.
00:20:47: Das tun wir, das wollen wir auch gerne.
00:20:48: Aber wir haben eben auch noch gesellschaftlich ganz andere Rollen die wir auch damit noch vereinbaren müssen und das können wir nicht alleine lösen.
00:20:56: Die Frauen haben ihre Hausaufgaben wirklich gemacht und es wird Zeit dass das Thema Vereinbarkeit nicht nur reflexartig an Frauengruppen abdelegiert wird und an geschlechtsspezifische berufliche Interessensgruppen zum Beispiel sondern dass einfach alle sich an einen Tisch setzen und eigentlich in jedem Gremium darüber gesprochen wird, was können wir denn jetzt wirklich konkret tun?
00:21:18: Damit sich die Situation verbessert.
00:21:19: Damit die Gelder, die Strukturen, die Power, die reinfließt in diese Förderungen von Weiterbildung dann auch tatsächlich greifen
00:21:27: kann.".
00:21:27: Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem oder eine gesamt- gesellschaftliche Aufgabe der Politik für Vereinbarkeit zu sorgen – Für Männer und Frauen!
00:21:39: Und ich würde mir auch sehr viel mehr Männer wünschen.
00:21:41: Ich habe das zuletzt darauf einem Podium gesagt, ich wünsche mir eigentlich in jedem Gremium berufspolitisch einen Mann der dieses Thema aktiv aufgreift, der für die Interessen seiner eigenen Familie und seiner Kolleginnen mit einsteht – weil es leider so oft noch so ist!
00:21:57: dass eben das ganze Frauen spezifisch irgendwo dargestellt und gesehen wird.
00:22:01: Und dann ist doch viel mehr Aufmerksamkeit noch mal auf sich zieht, wenn Männer das Thema auch den Tisch bringen und auch priorisieren und schlicht und ergreifend in vielen Gremien die Männerquote deutlich höher ist, sodass wir diese Verbündeten brauchen?
00:22:17: Ist es nicht traurig – vielleicht jetzt ein hartes Wort – aber dass man im Gremium sagen muss, dass es Gehör findet oder meinen, dass es dann Gehör findet?
00:22:29: Ich glaube das... Der wichtige Punkt ist, dass wir alle an einem Strang ziehen.
00:22:33: Dass wir nicht Männer gegen Frauen ausspielen, sondern das Thema aufbringen.
00:22:38: Meine Erfahrung ist es, dass es Frauen häufiger aufbringen als Männer und auch dadurch in dieser Ecke das Thema bleibt, da ist halt ein Frauenthema.
00:22:48: Es hat wieder eine Frau angesprochen.
00:22:50: Da können alle zusammenhelfenden Beitrag leisten.
00:22:53: Das fände ich sehr wichtig damit die Männer – das müssen wir genau betonen und ansprechen dass auch die Männer weiterkommen können in ihrer Rollenentwicklung.
00:23:03: Weil viele ja einfach genau das als Wunsch haben, dass sie mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen, dass Sie retrospektiv dann sagen ich habe da einfach zu viel gearbeitet.
00:23:12: Das sieht man ja auch in den Arbeitszeitmodellen, es wird abgebildet, sich die Geschlechter eigentlich gegensätzlich verhalten.
00:23:18: wenn das Kind Geboren wird, arbeitet die Frau zu lange zu wenig und der Mann zu lange viel.
00:23:24: Und das wollen sie ja auch nicht!
00:23:26: Das sagen dann ganz viele, wenn Sie explizit auf das Thema angesprochen werden – nur die konkrete Umsetzung ist im Moment unter den derzeitigen Bedingungen einfach noch schwierig.
00:23:35: Da brauchen wir Männer, die sich bekennen oder sich outen – muss man zum Teil so nennen heute – und wirklich auch das Thema aktiv voranbringen und nicht nur mitziehen, wenn sie angesprochen
00:23:49: Da muss man nur ganz einfache Mathematik können.
00:23:53: Wenn man in die Hörsäle schaut und da sind zwei Drittel der Studierenden Frauen, dann wissen wir wo wir hinsteuern wenn wir einen Teil von denen verlieren aus der Versorgung, wenn auch nur temporär.
00:24:06: Es gibt ja eh schon den Mangel.
00:24:08: es gibt den demografischen Wandel hausärztliche Workforce, wie du sagst.
00:24:13: Wird immer gefragter und da können wir es uns wirklich nicht leisten daran großen Teil liegen zu lassen.
00:24:19: Genau
00:24:19: das setzt sich ja eins zu eins sofort von der Geschlechterverteilung in die Weiterbildung.
00:24:23: im Jahr twenty-twoundzwanzig waren siebzig Prozent der geförderten Ärztinnen in Weiterbildungen eben Ärztinnen.
00:24:29: Jessica Wie hast Du das denn gemacht?
00:24:32: Also ich habe im Prinzip beide Perspektiven.
00:24:34: Ich hab' die erste Tochter noch in Anstellung bekommen Das war zwei Tausend siebzehn und habe dann mit ihr quasi im Säuglingsalter die Übernahme der Praxis vorbereitet.
00:24:46: Das war damals ganz gut, also es war gut machbar weil ich mir eben auch viel Freiraum noch gönnen konnte für die Eingewöhnungszeit zum Beispiel in der Kita und da noch nicht die volle Verantwortung getragen hab.
00:24:59: Ich habe damals wieder angefangen nach sieben Monaten zu arbeiten aber erst mal mit zwei Tagen die Woche die restliche Zeit vor allem dafür verwendet, einfach die Praxisübernahme vorzubereiten mit allem was da so dazugehört.
00:25:13: Und hab dann die zweite Tochter bekommen schon niedergelassen.
00:25:16: ich habe mich ja im Januar zwei Tausend neunzehn nieder gelassen und wurde dann im November schwanger weil ich dachte das läuft jetzt gut weil der ehemalige Praxisinhaber noch da ist und er kann dann entlasten und dann mich mit Mutterschutz vertreten.
00:25:32: Also, der Plan war gut.
00:25:34: Wie so oft kam dann das Leben dazwischen?
00:25:36: Und dann kam Corona und dann wurde meine Mutter schwer krankt.
00:25:39: Der vorherige Praxisinhaber ist mein Vater, der musste sich auch um sie kümmern und konnte weder bei der Kinderbetreuung noch in der Praxis tatsächlich noch mithelfen.
00:25:49: Das war ein schwerer Schlag.
00:25:51: Wir mussten uns komplett umorientieren und haben die Zeit mit einer professionellen Nennie überbrückt.
00:25:58: Es gab für mich damals keine andere Möglichkeit.
00:26:01: Das
00:26:01: stelle ich mir sehr schwer vor.
00:26:03: Wir haben das auch mal überlegt mit einer Nennie, aber wie du sagst extrem teuer.
00:26:07: wir hätten überhaupt keine Möglichkeiten gehabt die irgendwo unterzubringen.
00:26:11: also
00:26:12: ja Schwierig.
00:26:13: Die hat einfach dann wirklich Vollzeit bei uns gearbeitet, das hat sich am Anfang völlig strange angefühlt mit so einer Nenny unterwegs zu sein also in München so total sobistisch so oh ich bin mit der Nenni unterwegs.
00:26:23: spazieren war eine Eingewöhnungszeit für alle weil man da natürlich ne fremde Person im haushalt hat.
00:26:29: aber es war letztlich dann dass was für uns damals gangbar war Aber das kann sich natürlich so nicht jeder leisten.
00:26:34: Das konnten wir uns leisten weil wir zwei Einkommen hatten.
00:26:38: Mein Mann ist auch Arzt und dann ging das.
00:26:42: Das sehe ich schon auch kritisch, dass man das nicht eins zu eins übertragen kann natürlich als Modell.
00:26:48: Und ich weiß noch, was ich mir damals gewünscht hätte wäre gewesen, dass es da viel mehr Anlaufstellen gibt bei der KV.
00:26:57: Damals war die Auskunft, sie brauchen keine Genehmigung für die Vertretung.
00:27:01: Da dachte ich ja das ist schön aber wer vertritt mich denn?
00:27:05: Ja wir haben eine Börse.
00:27:06: dann habe ich in die Börsen geguckt und es gab da auch ein paar Leute die aber für mich einfach nichts vertrauenswürdig waren nicht infrage kamen nicht mal zu einem Vorstellungsgespräch kommen wollten sondern einfach nur ihre Gehaltsvorstellungen per E-Mail kurz geschickt haben und das war für mich kein gangbarer Weg.
00:27:22: Ich hab's letztlich so gelöst, dass ich aus dem Team eine Ärztin aufgebaut habe.
00:27:27: Die schon älter war und eigentlich nur noch Teilzeit arbeiten wollte.
00:27:30: Aber das hat dann funktioniert.
00:27:31: Ich hab sie auf Vollzeit aufgebaut.
00:27:33: Sie hat den Mutterschutz vertreten damals bei mir.
00:27:36: Da bin ich ihr auch sehr dankbar dafür.
00:27:38: Das Thema KV-Unterstützung finde ich auch ganz wichtig.
00:27:43: Das hätte ich mir tatsächlich auch gewünscht ... für meine Tochter, da auch jemanden gefunden.
00:27:53: Eine einzige Person kam dann tatsächlich in Frage.
00:27:57: die war dann auch da aber dadurch dass sie schon ein anderes Engagement irgendwo hatte ist dann eine Lücke entstanden und dann habe ich über die Börse nochmal jemand anderen gefunden die dann zwei Wochen oder drei Wochen vorher so rund um den Entbindungstermin abgesagt hat macht sie doch nicht liefen die Telefone heiß und wir haben versucht.
00:28:20: Und es ging dann auch durch ganz viel Kollegialität in Traunstein, drei Kolleginnen zu finden, die wechselweise den Vormittag in der Praxis übernommen haben damit zumindest eine Notbetreuung der Patienten und Patientinnen stattgefunden hat.
00:28:39: Im Nachhinein War es das Beste, was mir passieren konnte?
00:28:43: Weil ich dadurch meine jetzige Praxispartnerin kennengelernt habe.
00:28:47: Zu dem Zeitpunkt war das einfach mega Stress!
00:28:53: Und das führt wahrscheinlich wieder zu diesem Punkt, dass die Bedingungen in unserem Fachgebiet grundsätzlich gut sind und gut wären für Vereinbarkeit.
00:29:02: Wir können in der Kernarbeitszeit arbeiten wir arbeiten vom Montag bis Freitag.
00:29:05: Das sind an sich gute Bedingung, die glaube ich auch einfach viele anziehen, die Familie gründen wollen und das sieht man auch an den Zahlen, dass einfach viele, die eine Familie haben dann Quereinstiege machen in die Allgemeinmedizin.
00:29:17: aber gute Bendingungen alleine machen eben noch keine guten Strukturen Und das ist etwas, was ich im Alltag schon oft bemerke.
00:29:25: sehr davon abhängt, an wen man gerät.
00:29:27: jetzt mal ganz platt gesagt.
00:29:30: Ich werde auch häufig auf dieses Thema angesprochen von Ärztinnen in Weiterbildung die mich nach Seminaren dann zum Beispiel ansprechen weil sie in Not sind.
00:29:37: ich habe meinem Arbeitgeber jetzt eröffnet dass ich schwanger bin und jetzt kann der gar nichts mehr mit mir anfangen war eine Kollegin die in Tränen aufgelöst war dann sie.
00:29:45: es hab ich mir anders vorgestellt.
00:29:47: ich dachte das das gut geht in der allgemeinen Medizin Und das sind Dinge die bringen mich schon sehr zum Nachdenken.
00:29:54: ein Verbandspiel ist, an wen man gerät.
00:29:56: Es ist gerade sehr personenabhängig und auch also personen abhängig mit denen man zu tun hat aber auch der eigenen Persönlichkeit oder von der eigenen persönlichkeit abhängigt wie gut man das hinkriegt alles und es sollte eigentlich nicht sein sondern die Strukturen sollten so sein dass man das hin kriegt ohne Kopfstand zu machen.
00:30:20: jetzt ist es ja mit den Geschlechterrollen in einer Familie durchaus sehr unterschiedlich von Familie zu Familie.
00:30:26: Was hast du denn bei dir für Tipps und Ratschläge, für andere Kolleginnen die du weitergeben kannst?
00:30:37: Ja, konkret auf geschlechter Rollen vielleicht jetzt nicht.
00:30:40: Aber es gibt schon so einige Tipps und Tricks die ich mir im Laufe der Jahre so angeeignet habe.
00:30:45: Zum Beispiel hab' ich mittlerweile eine konkrete Prioritätenliste in meinem Handy wo ich nach Prio I, Prio II, Pio III unterscheide und mittlerweile schmeiß' ich einfach alles in eine Liste.
00:30:56: also früher hatte ich berufliches und privat getrennt.
00:30:59: Mittlerweile ist das eine List.
00:31:00: PrioI dann an diesem Tag erledigen oder spätestens am nächsten.
00:31:05: Prio II ist in den nächsten Tagen erledigen und Prio III ist irgendwann, das ist quasi so Themenspeicher.
00:31:11: Und weißt du was das Coole an dieser Liste ist?
00:31:13: Da streiche ich auch manchmal einfach Sachen!
00:31:15: Wenn Sachen zu lange in PrioIII sind denke ich mir so ja ne so wichtig war es eigentlich gar nicht und dann fliegt das wieder raus.
00:31:22: Insgesamt so Dinge streichen, Dinge absagen hat sich als sehr gutes Tool entwickelt.
00:31:28: Auch das war ein Prozess dass ich eben selber gelernt habe.
00:31:31: Ich muss nicht immer alles durchziehen nur weil ich's mir vorgenommen hab.
00:31:35: Konkret war letzte Woche eine Situation, wo ich noch auf einem Hausbesuch war und dann eigentlich meine Tochter zum Musikstunde bringen wollte.
00:31:43: Dann hat sich der Hausbesucher als ziemlich dramatisch herausgestellt, war natürlich nach einer vollen Vormittagssprechstunde.
00:31:47: die Patientin saß mit ner Kopfplatzwunder auf dem Boden und dann hat das alles gedauert sie zu versorgen.
00:31:52: Und da bin ich raus und hab mir gedacht okay jetzt muss ich aber echt schnell machen um meine Tocher.
00:31:56: und dann habe ich kurz inne gehalten und mir gedacht nie!
00:32:00: Ich sag' das jetzt einfach ab...und es war wunderbar.
00:32:04: Also auch sich solche Erfahrungen zu gönnen und dann konkret wirklich nach Priorität auch der eigenen Bedürfnisse zu handeln, das habe ich auf jeden Fall gelernt.
00:32:14: Man kann auch den Patienten einen zeitlichen Horizont klarmachen, fand ich sehr wichtig und mir selber.
00:32:25: Ich bin jetzt die mit ganz kleinen Kindern ... Ich hatte wirklich ein Säugling in der Niederlassung.
00:32:30: Und hab dann auch den Kolleginnen und Kollegen rumgesagt, ich versorge erst mal keine Altenheime.
00:32:35: Und habe mich da eine Auszeit genommen und vertreten lassen.
00:32:39: Das ist auch ... glaube ich, immer möglich.
00:32:42: Wenn man da ein gutes Kollege alles netz hat und miteinander im Gespräch ist oder eben den Patienten klar zu machen Ich kann heute nicht kommen weil ich jetzt mein Kind abholen muss Und das schützt einen selber ja dann auch eben nicht immer Ja und hier zu schreien und dann auch Grenzen zu finden für die eigene Tätigkeit.
00:33:00: Die Erfahrung habe ich auch gemacht.
00:33:03: die Patienten sind doch sehr verständnisvoll wenn man sagt oder wenn man die Situation schildert kleines kind Das muss jetzt halt abgeholt werden.
00:33:12: Das geht nicht von der Krippe alleine nach Hause und dann verstehen die das, und dann macht man einen anderen Termin aus oder man schiebt Dinge auf, die nicht prioritär gerade sind in der Praxis.
00:33:25: Macht man es ja schon so mit dieser Prioritätenliste?
00:33:27: Das finde ich gut weil erfahrungsgemäß Dinge, die so gefühlt in Prio drei sind, die erledigen sich oft auch von selber Oder Wichtiges kommt zweimal.
00:33:38: Man muss nicht immer jede Anfrage und alles sofort beantworten.
00:33:43: Also auch sich selber so ein bisschen auszeiten zu nehmen, dieses Innerhalten finde ich wirklich sehr wichtig Und nicht immer sofort alles abzuarbeiten.
00:33:52: Hast du noch weitere Ratschläge?
00:33:54: Ich fand auch konkret diesen konsequenten Aufbau der Teampraxis wirklich gut Auch für mich als Horizont Und auch natürlich für den Punkt Vereinbarkeit sehr wichtig, weil ich dann eben nicht mehr jeden Hausbesuch alleine machen muss.
00:34:07: Mich da vertreten lassen kann, Aufgaben delegieren kann – auch dieses immerwährende und dranbleiben bei der Digitalisierung und diese Tools.
00:34:17: gibt es wirklich nutzen für sich, die eigene Tätigkeit und vielleicht erst mal nur das aufbauen was man konkret brauchen kann und was einem nicht mehr Arbeit macht in dem Moment.
00:34:27: Das finde ich auch ein ganz gutes Stichwort Teampraxis.
00:34:30: Habe ich auch so die Erfahrung gemacht, wir haben jetzt mittlerweile zwei Veras.
00:34:35: das ist super!
00:34:36: Die machen Hausbesuche, die nehmen Blut ab wo früher immer erwartet wurde dass da der Arzt oder die Ärztin hinfährt, völlige Ressourcenverschwendung.
00:34:47: und mittlerweile bei den Patientinnen und Patienten kommt es total gut an wenn er die Vera hin fährt.
00:34:52: Ja und ich glaube ansonsten ist es tatsächlich das Learning aus den letzten Jahren, dass es eben nicht die Blaupause gibt.
00:34:58: Und dieses eine Modell was wir jetzt hier verbreiten können – so gern wie's, glaub' ich, machen würden hier vor, oder?
00:35:04: Was wir jetzt hereverbreiten können und ausstrahlen und dann sagen hört das und dann kriegt ihr das auf jeden Fall alles immerhin!
00:35:11: Ich hab als ich nachgedacht habe über dieses Thema habe ich die komische Assoziation bekommen, dass Vereinbarkeit irgendwie so ist wie die Darmflora.
00:35:20: Es haben alle Manche haben Probleme damit, sie ist bei allen anders zusammengesetzt und bei allen kann irgendwie ein bisschen was anderes helfen wenn es Probleme gibt.
00:35:31: Und irgendwie ist das so schwer vorhersehbar!
00:35:33: Und man muss sich das dann einfach so zusammenstückeln.
00:35:36: also... Es ist eine komische Assoziation.
00:35:39: ich habe auch wirklich gesucht ob ich etwas anderes finde aus dem medizinischen Bereich aber ich find's irgendwie einfach ganz treffend.
00:35:45: Find' dich auch jetzt wo du sagst Was ich die Erfahrung gemacht hab In meinem Leben, man muss vieles auf sich zukommen lassen und vieles passiert einfach.
00:35:57: Und man kann nicht alles vorherplanen.
00:36:00: Das bringt auch nichts weil es anders kommt und dann ist man unter Umständen enttäuscht, weil's anders kommt wenn man ein gutes Netzwerk hat das sind wir wieder bei dem Thema lässt sich ganz viel händeln, womit man vielleicht überhaupt nicht gerechnet hätte.
00:36:16: Wir hatten es zum Beispiel bei mir in der Praxis eine Zeit lang so dass wir Dienstag Nachmittag keine Sprechstunde gemacht haben.
00:36:21: da war ich zu Hause und wir haben uns mit einer Praxis in der Nachbarschaft abgesprochen und die MFA durften akute Patientinnen und Patienten einfach dorthin schicken.
00:36:31: wenn was war
00:36:33: Eva, wenn du dir vom Verband konkret etwas wünschen könntest.
00:36:37: Konkrete Strukturen, konkrete Unterstützungsmaßnahmen oder andere Bedingungen – wo würdest du da ansetzen?
00:36:43: Zum einen möchte ich dazu sagen, dass wir vom Bayerischen Hausärztinnen und Hausärzteverband da ja schon was haben wo du auch beteiligt warst.
00:36:51: Wir haben auf der Homepage Informationen zum Thema Mutterschutzschwangerschaft.
00:36:56: wie lässt sich das organisieren?
00:36:57: welche Unterstützung gibt es?
00:36:58: Welche Strukturen gibt's?
00:37:00: Da kann man schon einiges rauslesen.
00:37:04: Dann haben wir in Bayern eine sehr nette, aktive Gruppe über WhatsApp für Hausärztinnen.
00:37:14: Egal ob im Verband oder nicht wo wir uns ganz niederschwellig austauschen können.
00:37:19: da kommen auch mal so Dinge wie ich muss dringend einen Dienst weggeben aber auch Sachen fachlicher Natur oder auch organisatorische Sachen auch was Vereinbarkeit angeht.
00:37:30: das ist sehr nett.
00:37:32: Dann gibt es auf Bundesebene das Forum Hausärztinnen, wo wir uns jetzt im Moment tatsächlich prioritär mit dem Thema Mutterschutz in der Selbstständigkeit beschäftigen.
00:37:44: Da gab's einen Antrag auf der letzten delegierten Versammlung in April.
00:37:49: Das Thema wird oder wurde auch auf den Deutschen Ärztetag mitgenommen.
00:37:53: Der Vorstand beschäftigt sich jetzt mit dem weiter heranzutragen, dass der jetzt unbedingt der Passus aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt oder angegangen wird.
00:38:08: Also da gibt es schon ein paar Dinge die wir machen, die wir haben.
00:38:15: Es wäre tatsächlich wünschenswert.
00:38:17: das was du vorhin auch gesagt hast Wir machen das im Forum Hausärztinnen Da sind lauter Frauen drin Männer im Verband Es ist ein bisschen Generalverdacht oder für allgemeinerung.
00:38:32: Interessieren sich vielleicht nicht so sehr für das Thema und es wäre wünschenswert, wenn sich das ändern würde?
00:38:38: Was denkst du was könnte die Männer motivieren?
00:38:41: Die Frauen!
00:38:43: Das glaube ich auch.
00:38:46: Die Frauen und die eigenen Familien wahrscheinlich...
00:38:49: Ja,
00:38:50: und auch der Austausch untereinander.
00:38:52: Das ist auch etwas was mir immer wieder auffällt.
00:38:54: ich frage ja dann auch immer wieder Kollegen oder eben mein Mann eine Freunde sag mal hast du eigentlich schonmal mit deinen Freunden über das Thema Vereinbarkeit gesprochen?
00:39:02: Was du da für Probleme hast, für Pain Points hast, was du gerne anders hättest?
00:39:09: Wo ich mir denke, Wahnsinn!
00:39:11: Nicht denkbar für Frauen.
00:39:13: Also eigentlich kommt jedes Gespräch was wir auch auf kollegialer Ebene führen das muss nicht unbedingt eine Freundin sein.
00:39:19: Kommt früher oder später eigentlich am Thema Vereinbarkeit vorbei und dass ist etwas was schon ganz ganz evident im Alltag.
00:39:26: Dass es einfach die Frauen sind die das deutlich mehr umtreibt weil sie eben deutlich mehr damit zu tun haben und viel viel mehr auf ihnen lastet was dieses Thema angeht.
00:39:35: Und da glaube ich müssen die Männer auch einfach proaktiver werden einfach auch mal ansprechen.
00:39:40: Ja, das finde ich auch des Thema Netzwerk und Gespräche unter Frauen ist auch ganz wichtig.
00:39:46: Ich sehe es immer wieder auf den Bavarian Circles die es ja vom Verband gibt dass es ganz entscheidend für die jungen Kolleginnen sind hauptsächlich Frauen die dort sind andere Frauen sehen, wie die das machen.
00:40:02: Dass sie Vorbilder bekommen, dass sie motiviert und ermutigt werden sich niederzulassen.
00:40:10: Und es gelingt halt viel über den Austausch, darüber reden Wie machst du das?
00:40:16: Dafür brauchen wir Plattformen.
00:40:19: Genau wenn man jetzt darüber hinaus denkt mal auf die Strukturen im Hintergrund von unserer Fachgesellschaft vom Verband wäre es mir auch wichtig, dass man zusammen einen Leitfaden entwickelt für den Erwerb von Vereinbarkeitskompetenz.
00:40:35: Was beinhaltet das eigentlich?
00:40:37: Was wollen wir denn da abgebildet haben, was sind den Qualitäten oder Interessen oder Umgehensweisen die man haben sollte als Chefin, als Lehrstuhlinhaber?
00:40:48: wie sollte man mit dem Thema umgehen einfach da wirklich eine Kompetenz zu erwerben?
00:40:52: Man könnte zum Beispiel auch an bestehende Beratungsstellen zum Beispiel ans Kompetenzzentrum zum Beispiel an Koordinierungsstellen für die Weiterbildung, Beratungsstellen für Vereinbarkeit mit andocken und integrieren.
00:41:06: Man könnte zum Beispiel das Thema in den Codex für gute Weiterbildung aufnehmen um einfach auch für die Weiterbilder präsent zu halten dass das ein großes Thema ist sie anzuregen sich zb auch in train-to-trainer Schulungen Seminaren mit dem Thema auseinanderzusetzen und wenn das geforderte Inhalt wird wird es wahrscheinlich auch ernster genommen.
00:41:27: was mir noch eingefallen sind auch Anreize für Ärztinnen sich niederzulassen, zum Beispiel gekoppelt mit Betreuungsschlüsseln.
00:41:38: Zum Beispiel von der KV vermittelt.
00:41:40: Das ist etwas was mir damals viel geholfen hätte als es zum Beispiel darum ging diesen Sprung zu machen vom Kindergarten zur Schule weil sich da die KV komplett raushält.
00:41:51: Die KV ist auf dem Standpunkt das Regeln die Kommunen nachvollziehbar.
00:41:57: Aber de facto bedeutet es, dass wir einfach sehr viel Organisationsprobleme dann haben als Ärztinnen die schon niedergelassen sind wirklich die Betreuung der Kinder zu organisieren und kontinuierlich zu gewährleisten.
00:42:11: Konkret war's damals bei mir so wenn ich diesen Hortplatz nicht gekriegt hätte, dann hätt' ich meine Sprechstundenzeiten einfach nicht aufrecht erhalten können Wo es mir schwer fällt, das zu verstehen.
00:42:22: Dass es da keine Möglichkeiten gibt einzugreifen und an der Kommune Plätze zu vermitteln.
00:42:28: Kontingentplätze zum Beispiel.
00:42:29: Das würde sehr weiterhelfen glaube ich.
00:42:31: Die KV hat ja den Sicherstellungsauftrag für die Versorgung der Bevölkerung Und da finde auch sollte alle Unterstützung möglich sein dass wir diese Sicherstellung mit unserer Familie oder auch mit anderen Themen, die wir haben vereinbaren können.
00:42:51: Und nebenbei würde es auch der Verweisung der ländlichen Räume entgegenwirken.
00:42:54: und was mir noch eingefallen ist sind so Dinge wie das auch Weiterbildungszeiten in Teilzeit unter fünfzig Prozent Anerkennung finden sollten Das Mentoring Programme natürlich weiterhin ausgebaut werden sollten Die auch speziell des Thema Vereinbarkeit aufgreifen.
00:43:09: da ist schon einiges ja einiges Was läuft.
00:43:14: Familienarbeitszeitmodelle sind glaube ich einfach ein großes Thema, das auch vielleicht vom Verband da weitergearbeitet wird.
00:43:21: Konkrete Familienarbeiterzeitmodellen vorzuschlagen für Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern wie eben eine gute Vereinbarkeit dann auch gelebt werden kann.
00:43:30: Da glaube ich brauchen einfach viele Praxisinhaberinnen und Praxis-Inhaber so ein bisschen Ideen und auch sowas könnte vom Verband gut ausgearbeitet werden.
00:43:38: Das Stichwort Weiterbildung ist auch gut, das ist ja leider immer noch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich mit wie viel Prozent man Weiterbildung machen kann als Ärztin oder Arzt in Weiterbildung.
00:43:51: Das sollte vereinheitlicht werden.
00:43:53: Auch das Thema Fehlzeiten – das ist jetzt in Bayern zum Glück so dass man immerhin sechs Wochen Fehlzeit auf die Weiterbildungszeit im Jahr anerkannt bekommen kann, also sprich zum Beispiel Mutterschutz oder aber auch Krankheiten natürlich.
00:44:08: Aber da ist noch Luft nach oben.
00:44:09: auch da hat es erst im April wenn ich mich recht erinnere auf Bundesebene einen Antrag dazu gegeben um die Kammern dazu aufzufordern mehr Vereinheitlichung und Sicherheit für die Kolleginnen in Weiterbildung zu schaffen.
00:44:24: Also ich glaube, wenn wir jetzt darüber reden gibt es einfach unheimlich viele Ansatzpunkte wo man ran sollte und auch müsste.
00:44:32: Und ich sehe schon so dass das Ganze auch in dieses Paket mit hineingehört was auch beim nächsten deutschen Ärztetag ja groß diskutiert werden wird im Sinne von Sexismus am Arbeitsplatz.
00:44:44: auch da gehören Vereinbarkeitsthemen und Probleme auf jeden Fall mit dazu.
00:44:48: Und da erhoffe ich mir auch nochmal Impulse und hoffentlich auch neue
00:44:51: Inhalte.".
00:44:52: Das
00:44:52: Thema Machtmissbrauch in der Weiterbildung ja leider teilweise immer noch ein sehr großes Thema, in anderen Fachrichtungen unter Umständen noch sehr viel mehr sprich chirurgische Fachrichtung wo man dann als Frau mit Kind ganz schnell vom OP-Plan drunden ist.
00:45:12: Ganz wichtig, dass sich der nächste deutsche Ärztetag diesem Thema
00:45:16: widmet.".
00:45:16: Da schlagen wir jetzt wieder in großen Bogen.
00:45:18: Man kommt irgendwie automatisch dann von einem Thema zum anderen, weil die auch so eng zusammenhängen... Und da würde ich mir auch wünschen, dass sich die Allgemeinmedizin noch mal klarer positioniert.
00:45:29: Was denn eigentlich gut ist in diesem Fach und gut gestaltet werden kann?
00:45:34: Und vielleicht auch Positiv-Listen mal zu erstellen – das könnt ihr hier wirklich bekommen!
00:45:39: Und diese Strukturen gibt es schon um den Überblick zu haben und nicht nur die wage Hoffnung.
00:45:43: Das geht bestimmt mit der Vereinbarkeit, wenn ich in das Fach gehe, sondern einfach wirklich weiß, worauf ich mich einlasse.
00:45:50: Wichtig ist qualitativ auch für eine gute Weiterbildung, auch mit Familie.
00:45:54: Da fällt mir noch ein die KVN könnten da sich mehr engagieren für Zeiten von Schwangerschaft, Mutterschutz aber vielleicht später wenn man eine Vertretung braucht da einen Pool zu organisieren, weil das wenn man mit Kolleginnen spricht ist oft der Knackpunkt.
00:46:14: Man findet niemanden, der einen vertritt, wenn man da ausfällt oder man findet sehr schwer jemandem es kostet sehr viel Geld die Qualifikation sind unterschiedlich wenn man das mal so sagen kann und da wäre es wirklich hilfreich im Sinne des Sicherstellungsauftrags von der KV Strukturen zu schaffen dass das kein Problem ist und auch finanziell das unterstützt wird.
00:46:39: Und insgesamt würde ich mir wünschen, was dieses Thema angeht, dass nicht von einer Perspektive ausgegangen wird.
00:46:45: Das ist doch super in der allgemeinen Medizin!
00:46:47: Wir haben ja schon so viel geschafft.
00:46:48: Stimmt es wurde schon viel geschafft aber davon kann ich mir in dem Moment wenn ich mein Babybauch mit mir rum trage einfach dann auch nichts kaufen im Sinne von das löst jetzt meine Probleme nicht... schwerer zu organisieren gewesen wäre.
00:47:04: Also da würde ich mir etwas mehr Wörf in die Zukunft wünschen und einfach auch ein Bewusstsein, wie wichtig dieses Thema ist für die Kolleginnen und Kollegen des Berufsmonitoring zeigt konstant auch bei den Medizinstudierenden, dass das Thema Vereinbarkeit an oberster Stelle ist was den Berufswunsch und dann eben auch die Niederlassungsbereitschaft später angeht.
00:47:23: und da ist noch viel Luft nach oben.
00:47:25: Das
00:47:26: würde vermutlich den Mitgliederzahlen des Bayerischen Hausärztinnen und Hausärzteverbandes gut tun, wenn wir uns das dieses Thema ganz oben auf die Fahnen schreiben.
00:47:38: Damit holen wir die Ärztinnen in Weiterbildung ab, die sich ja prinzipiell viele von denen zumindest niederlassen möchten aber die einfach große Bedenken haben.
00:47:50: Und wenn wir da signalisieren können, wir tun was Wir haben das Thema ganz ober auf dem Schirm Dann wird der Verband noch deutlich attraktiver für diese Kolleginnen und Kollegen.
00:48:02: Die möchten sich ja häufig nach der Facharztprüfung erst mal anstellen lassen, ist auch legitim.
00:48:10: man hat dann so was wie Mutterschutz in der Anstellung aber was oft nicht gesehen wird wenn es keine Niedergelassenen gibt dann gibt's auch niemanden der anstellt.
00:48:21: deswegen müssen wir da die Bedingungen weiter verbessern.
00:48:24: Ja, da bin ich voll bei dir.
00:48:25: Das ist ja im Prinzip nicht nur der rosa Elefant im Raum sondern es ist das Zugpferd was wir eigentlich brauchen um immer noch mehr Kolleginnen und Kollegen in die Allgemeinmedizin zu bekommen dass dann auch nicht nur die Hoffnung da ist Ich kann gut vereinbaren Sondern dass da auch Inhalt da ist und Struktur und man aufgefangen wird Und sich deswegen auch mit klar für die allgemeine Medizin entscheidet Was ja die Allgime Medizin nochmal besser macht.
00:48:49: Auf jeden Fall!
00:48:50: Bestes Fach der Welt ist es ja sowieso.
00:48:55: Das war Bayern-Doc, der Podcast des Bayerischen Hausärztinnen und Hausärzteverbandes.
00:49:00: Mehr Informationen über die Homepage unter www.hausärzte-bayern.de.
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