Dr. Wolfgang Ritter: Unterstützen Sie unsere Petition „Stärkung der hausärztlichen Versorgung“

Shownotes

„Es ist wichtig, dass wir bereits jetzt, noch vor der Bundeswahl, der kommenden Bundesregierung deutlich machen, dass unsere Hausarztpraxen längst am Limit sind. Wir brauchen dringend strukturelle Verbesserungen, die uns eigentlich der scheidende Bundesgesundheitsminister mehrfach öffentlich zugesagt hat. Bayerns Hausärztinnen und Hausärzte unterstützen deshalb die Petition ,Stärkung der hausärztlichen Versorgung‘, die unser Bundesverband, der Hausärztinnen- und Hausärzteverband, jetzt startet“, erklärt Dr. Wolfgang Ritter, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, in der neuen Folge des Podcasts BayernDoc, die über alle gängigen Podcast-Plattformen abrufbar ist.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigen die Zahlen. Deutschlandweit fehlen rund 5.000 Hausärztinnen und Hausärzte in der Versorgung. Über ein Drittel der Hausärztinnen und Hausärzte ist über 60 Jahre alt und wird in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen – häufig ohne, dass die Praxis von einer jungen Kollegin oder einem jungen Kollegen weitergeführt wird.

Um die hausarztzentriete Versorgung in Stadt und Land nachhaltig sicherzustellen, fordern Deutschlands Hausärztinnen und Hausärzte deshalb drei wesentliche Weichenstellungen.

Erstens: Den besseren und strukturierten Zugang zur Versorgung durch bessere Steuerung und Qualität, dafür muss die Hausarztzentrierte Versorgung als freiwilliges Primärarztsystem gestärkt und weiterentwickelt werden.

Zweitens: Die stabile wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft, dafür müssen alle hausärztlichen Leistungen vollständig vergütet werden.

Und drittens: Die Anerkennung und Stärkung der unverzichtbaren Arbeit des gesamten Praxisteams: Praxisinhabende müssen dies umzusetzen können.

Bereits in der Vergangenheit habe man mit Petitionen, so Dr. Ritter, die Politik auf Missstände aufmerksam machen können. So hatte der Bayerische Hausärzteverband 2012 eine Petition gegen die damalige Refinanzierungsklausel im Absatz 5 a des Paragrafen 73b im Fünften Sozialgesetzbuch gestartet, was dazu führte, dass der Passus gestrichen und damit die Hausarztverträge langfristig gesichert wurden. 2022 folgte eine Petition gegen die „verpflichtende, stichtagsbezogene Einführung“ von IT-Projekten, die von Dr. Petra Reis-Berkowicz, Vorsitzende der Vertreterversammlungen von KVB und KBV sowie stellvertretende Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, initiiert worden war. Auch diese Eingabe war erfolgreich und führte dazu, dass
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Zwangseinführung des eRezepts zum 1.1.2022 gestoppt hat.

Dr. Ritter: „Wir brauchen wieder ein starkes Zeichen gegenüber der Politik. Ich appelliere deshalb an alle Kolleginnen und Kollegen gemeinsam mit ihren Praxisteams und den Patienten diese Petition zu zeichnen.“

Die entsprechenden Unterschriftenlisten und Informationsmaterialien werden vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband dieser Tage an die Praxen verschickt. Bis spätestens 17. Februar müssen die Unterschriften dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages vorliegen.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.